Notarkosten falsch berechnet, woran Sie es erkennen (2026, GNotKG)
Eine Notarrechnung ist „falsch berechnet", wenn eine Position vom GNotKG abweicht. Das passiert häufiger als gedacht: In 31 % der von uns geprüften Rechnungen findet sich mindestens eine Abweichung, durchschnittliche Differenz 94 €. Fünf Muster decken 85 % aller Befunde ab.
Die 5 häufigsten Fehler, und woran Sie sie erkennen
1. Falscher Geschäftswert (38 % aller Befunde)
Was es ist: Der Geschäftswert ist die Bemessungsgrundlage jeder Notargebühr. Stimmt er nicht, sind alle daraus berechneten Positionen falsch.
Woran Sie es erkennen: Vergleichen Sie den im Kostenbescheid genannten Geschäftswert mit dem zugrunde liegenden Vertrag. Bei Hauskauf: Kaufpreis abzüglich separat ausgewiesenes Inventar (§ 47 GNotKG). Bei Grundschuld: Nennbetrag, nicht Darlehenssumme (§ 53). Bei GmbH-Gründung: mindestens 30.000 € (§ 105 Abs. 4).
Beispiel: Kaufpreis 420.000 € mit 12.000 € separat ausgewiesenem Inventar. Korrekt: Geschäftswert 408.000 €. Wird das Inventar nicht abgezogen, entsteht eine überhöhte Beurkundungsgebühr von rund 50 bis 80 €.
2. Vollzugsgebühr (KV 22110) doppelt berechnet (17 %)
Was es ist: KV 22110 deckt die Grundbuch-Antragstellung ab. Sie darf nicht zusätzlich zur Beurkundungsgebühr (KV 21100, Faktor 2,0) berechnet werden, wenn der Vollzug bereits in der 2,0-Gebühr enthalten ist.
Woran Sie es erkennen: Wenn auf Ihrer Rechnung sowohl KV 21100 mit Faktor 2,0 als auch KV 22110 mit Faktor 0,5 für dieselbe Urkunde steht, ohne dass eine besondere Vollzugstätigkeit dokumentiert ist, ist die Position angreifbar.
3. Auslagenpauschale über 30 € (KV 32001) (12 %)
Was es ist: Seit KostRÄG 2025 (1. Juni 2025) ist die Auslagenpauschale KV 32001 auf 30 € pro Vorgang gedeckelt. Vorher: 20 €.
Woran Sie es erkennen: Beträge wie 45 € oder 38 € als „Auslagen-Pauschale" sind ein klares Indiz für veraltete Buchhaltungssoftware oder fehlende KostRÄG-Anpassung.
4. Betreuungsgebühr (KV 25100) ohne Anlass (10 %)
Was es ist: KV 25100 ist keine Standardposition. Sie setzt eine Tätigkeit „über das übliche Maß" voraus, die seit KostRÄG 2025 im Kostenbescheid konkret benannt sein muss.
Woran Sie es erkennen: Wenn KV 25100 berechnet wird, ohne dass die zugrunde liegende Tätigkeit (z.B. mehrfache Kommunikation mit Gläubigerbank, Treuhandauftrag, bauliche Auflagen) im Bescheid genannt ist, ist die Position angreifbar.
5. Falscher Faktor aus Tabelle B (8 %)
Was es ist: Tabelle B ist degressiv. Wird die 1,0-Gebühr zwei oder drei Stufen daneben angesetzt, addiert sich die Differenz schnell auf 100 bis 300 €.
Woran Sie es erkennen: 1,0-Gebühr aus Tabelle B nachschlagen, mit dem Faktor multiplizieren und mit dem Rechnungsbetrag vergleichen. Differenz > 1 € pro Position: prüfwürdig.
Wie sicher ist Ihre Erkennung? Drei Selbsttest-Fragen
- Stimmt der Geschäftswert mit dem zugrunde liegenden Vertrag überein (nach Abzug von Inventar/Sonderfällen)?
- Liegt die Summe Notar+Grundbuch im Bereich 1,2 bis 2,0 % vom Kaufpreis (bei Hauskauf)?
- Ist KV 32001 ≤ 30 € und ist KV 25100 (falls vorhanden) mit konkretem Anlass dokumentiert?
Eine „Nein"-Antwort genügt für eine sinnvolle Zweitprüfung. Bei zwei „Nein" ist die Wahrscheinlichkeit eines belastbaren Befundes hoch.
Was tun, wenn Sie einen Fehler vermuten?
- Befund einholen. Selbst prüfen oder durch NotarCheck, schriftliche Aufstellung der monierten Positionen mit Paragraf- und KV-Verweis.
- Notariat kontaktieren. Schriftliche Korrekturbitte mit konkretem Verweis. Eine ausführliche Anleitung unter Notarrechnung zu hoch.
- § 127-Antrag stellen. Bei Ablehnung: Antrag auf gerichtliche Entscheidung beim Landgericht. Frist 2 Wochen.
- Unstrittiges zahlen. Damit kein Verzug eintritt, strittigen Teil unter Vorbehalt zurückbehalten.
Wie NotarCheck prüft
Wir gleichen jede Position Ihrer Kostenberechnung gegen das GNotKG ab: Geschäftswert (§§ 36 bis 54), 1,0-Gebühr aus Tabelle B (Anlage 2), Faktor und Berechtigung der KV-Nummer (Anlage 1), Auslagen (Abschnitt 3 KV), USt-Basis. Der Befund ist ein PDF mit Soll-Ist-Vergleich pro Position. Was wir nicht leisten: Rechtsberatung, Vertretung gegenüber dem Notariat, Erstattungsgarantie.
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Häufige Fragen
Woran erkenne ich falsch berechnete Notarkosten?
Was sind die häufigsten Fehler?
Wie hoch ist der durchschnittliche Schaden?
Was tue ich bei falscher Berechnung?
Welche Frist gilt?
Kann ich Notarkosten zurückfordern?
Wer haftet bei Fehlern?
Kostet die Prüfung etwas?
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