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Notarkosten beim Hauskauf 2026, vollständige Anatomie nach GNotKG (KostRÄG-konform)

9. Januar 2026 · aktualisiert 15. Mai 2026 · 13 min
Notarkosten beim Hauskauf liegen 2026 nach KostRÄG typischerweise bei 1,2 bis 1,7 % des Kaufpreises (inkl. Grundschuld), gerechnet nach Tabelle B GNotKG. Maßgeblich sind Beurkundungsgebühr (KV 21100, 2,0-Satz), Vollzug (KV 22110, 0,5) und Auflassungsvormerkung (KV 21201, 0,5). Bei 400.000 € fallen rund 4.000 € Notar plus 2.000 € Grundbuch an.
1,5 %Notar+Grundbuch / Kaufpreis (Ø)
~4.000 €Notar bei 400.000 €
~2.030 €Grundbuch bei 400.000 €

Beim Hauskauf sind die Notarkosten der zweitgrößte Nebenkostenposten, direkt nach der Grunderwerbsteuer. Bei 400.000 € Kaufpreis liegen die Notar- und Grundbuchkosten typischerweise zwischen 6.000 € und 7.500 €. Wir rechnen das vor, nach KostRÄG 2025.

Beispielrechnung, Hauskauf für 400.000 €

Annahmen: Kaufpreis 400.000 €, Finanzierung über eine Grundschuld von 320.000 € (80 %), keine Sonderfälle.

Notarkosten

PositionKV-Nr.FaktorGeschäftswertBetrag
Beurkundung Kaufvertrag211002,0400.000 €1.570,00 €
Vollzug der Urkunde221100,5400.000 €392,50 €
Beurkundung Grundschuldbestellung212001,0320.000 €655,00 €
Vollzug Grundschuld221100,5320.000 €327,50 €
Auflassungsvormerkung212010,5400.000 €392,50 €
Auslagenpauschale32001--30,00 €
Zwischensumme netto3.367,50 €
Umsatzsteuer 19 %UStG639,83 €
Notar gesamt4.007,33 €

Grundbuchkosten (separat, nicht vom Notar)

PositionKV-Nr.GeschäftswertBetrag
Eintragung Auflassungsvormerkung14150400.000 €392,50 €
Eintragung Eigentumswechsel14110400.000 €785,00 €
Eintragung Grundschuld14121320.000 €655,00 €
Löschung Vormerkung14143400.000 €196,25 €
Grundbuch gesamt2.028,75 €

Summe Notar + Grundbuch: ≈ 6.036 €, also rund 1,5 % des Kaufpreises.

Wie viel Prozent vom Kaufpreis sind das?

Notar plus Grundbuch zusammen liegen 2026 typischerweise zwischen 1,2 % und 2,0 % des Kaufpreises. Die Tabelle B GNotKG ist degressiv, je höher der Kaufpreis, desto geringer der prozentuale Anteil. Eine vollständige Übersicht aller Stufen finden Sie unter GNotKG Tabelle B 2026.

Fünf typische Fehlerquellen beim Hauskauf

  1. Inventar nicht aus Kaufpreis herausgerechnet. Wenn die Küche im Kaufvertrag mit 8.000 € separat ausgewiesen ist, mindert sie den Geschäftswert.
  2. Auslagenpauschale > 30 €. KV 32001 ist seit KostRÄG 2025 auf 30 € gedeckelt.
  3. Vollzugsgebühr doppelt. Sie darf nicht zusätzlich zur Beurkundung berechnet werden, wenn der Vollzug bereits enthalten ist.
  4. Falscher Geschäftswert bei Grundschuld. Maßgeblich ist der Nennbetrag der Grundschuld, nicht die Darlehenssumme inkl. Zinsen.
  5. Betreuungsgebühr ohne Anlass. KV 25100 ist nicht der Standardfall, sie braucht eine konkret begründete Tätigkeit (seit KostRÄG 2025 explizit).

Wann lohnt die Prüfung?

Bei einer Notarrechnung von 4.000 € rechnet sich eine 29-€-Prüfung schon ab einer Abweichung von 0,75 %. In unserer Stichprobe lag die durchschnittliche Abweichung bei 94 € pro Befund. Notarrechnung jetzt prüfen lassen →

Häufige Fragen

Wie viel Notarkosten beim Hauskauf 400.000 €?
Nach KostRÄG 2025: Netto-Notar rund 3.360 €, mit Umsatzsteuer rund 4.000 €. Zusätzlich Grundbuchkosten rund 2.030 €. Summe ≈ 6.030 €, also 1,5 % des Kaufpreises.
Wie viel % des Kaufpreises sind Notarkosten beim Hauskauf?
Notar plus Grundbuch zusammen 1,2 bis 2,0 % des Kaufpreises 2026. Der Prozentsatz sinkt bei höheren Kaufpreisen leicht (degressive Tabelle B).
Wer zahlt die Notarkosten beim Hauskauf?
Grundsätzlich der Käufer (§ 448 Abs. 2 BGB). Beide Parteien haften gesamtschuldnerisch gegenüber dem Notar; abweichende Vereinbarungen im Innenverhältnis sind möglich.
Sind Notarkosten beim Hauskauf in der Grunderwerbsteuer enthalten?
Nein. Notar- und Grundbuchkosten sind eigenständige Nebenkosten und werden zusätzlich zur Grunderwerbsteuer fällig.
Wann ist die Notarrechnung fällig?
Direkt nach Beurkundung. Üblicherweise schickt der Notar die Rechnung 2 bis 6 Wochen nach Termin; Zahlungsziel ist meist 2 Wochen ab Zugang.
Was ist die Auflassungsvormerkung und warum kostet sie extra?
Die Auflassungsvormerkung (KV 21201) sichert Ihren Eigentumsanspruch im Grundbuch. Sie kostet 0,5 der 1,0-Gebühr aus dem Kaufpreis und ist beim Immobilienkauf Standard.
Sind Notarkosten beim Hauskauf steuerlich absetzbar?
Nur unter engen Voraussetzungen (z.B. Vermietungsabsicht oder gewerbliche Nutzung). Bei selbst genutzter Immobilie nicht. Steuerliche Bewertung gehört zur Steuerberatung.
Wie kann ich die Notarrechnung beim Hauskauf prüfen lassen?
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